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AUF SAFARI IM ÖSTLICHEN SÜDAFRIKA UND IN SWAZILAND

Ein Reisebericht über eine knapp 3-wöchige Rundreise durch die Provinzen Gauteng, Kwazulu-Natal, Limpopo und Mpumalanga, sowie durch das Königreich Swaziland. Unterwegs zu zweit in einem Polo Classic legten wir 3.875km zurück. Darunter sind etwas über 1.100km alleinige Pirschfahrten in den Tierschutzgebieten Hluhluwe Game Reserve und Krüger Nationalpark. Ausserdem besuchten wir in Swaziland den Mlilwane Wildlife Sanctuary. Nicht vergessen werden sollte der Abstecher in den Edeni Private Game Reserve und die Zeit am Blyde River Canyon.
Diese Tour wurde von uns selber zusammengestellt. Die Unterkünfte, Flüge und Mietwagen wurden über das Internet gebucht. Die Anreise erfolgte von Berlin über London nach Johannesburg mit der Fluggesellschaft British Airways. Den Mietwagen hatten wir über den Reiseveranstalter „DerTour“ bei der Autovermietung Thrifty bestellt. Der Polo Classic mit Automatikschaltung kostete für die 18 Tage 756,-€.
Nach der Ankunft in Johannesburg und dem Empfang des Mietwagens fuhren wir ins 60km entfernte PRETORIA bzw. TSHWANE wie die moderne Stadt heute heißt. Tshwane, was "Gleichheit" bedeutet, ist bis heute die administrative Hauptstadt Südafrikas. Das Parlament tagt allerdings in der ersten Jahreshälfte in Kapstadt und somit zieht auch die Regierung in dieser Zeit mit an das Cap.
Pretoria Impressionen
Auf der Fahrt vom Flughafen Johannesburg nach Pretoria legten wir einen Stopp am Voortrekker Monument ein, welches am südlichen Stadtrand auf einem Hügel thront. Es wurde errichtet, um die Geschichte der Afrikapioniere (Voortrekker) zu beschreiben, die sich mit ihren Ochsenkarren aufmachten ins unerforschte Südafrika um neue Siedlungsräume zu erschließen. In der Heldenhalle erzählen Marmor-Reliefs die Geschichte des Trecks und die kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Zulus. Umgeben ist das Monument von einer Mauer, in der die 64 Ochsenwagen eingemeißelt sind die bei der Schlacht 1838 am Blood River als Schutzwall gegen die Zulus dienten. In dieser Schlacht kämpften 470 Buren gegen 12.000 Zulu.
Weiter ging es zu den Union Buildings, dem Regierungssitz hier in Tshwane. 1913 wurde dieses prächtige Gebäude auf dem Hügel Meintjies Kop fertiggestellt. In den ca. 275 Meter langen Gebäudekomplex wurde Nelson Mandela, der erste schwarze Präsident der Republik Südafrika im Mai 1994 vereidigt. Im terrassenförmig angelegten Garten kann man sehr gut spazieren gehen.
Vom Hotel (Victoria) erreichten wir zu Fuß den Church Square mit seinen historischen Bauwerken. Rund um den Church Square befinden sich einige Sehenswürdigkeiten und bietet daher einen guten Ausgangspunkt für einen Rundgang. In der Mitte des Platzes steht die Statue von Paul Kruger, welcher von 1882–1902 zum Präsident der Burenrepublik Transvaal gewählt wurde. Eines der historischen Bauwerke ist der im Renaissance-Stiel erbaut ist der Old Raadsaal, dessen Grundstein Paul Kruger 1889 legte. Weitere Gebäude sind der 1889 fertig gestellte Justizpalast, welcher während der britischen Besatzung 1900 als Militärkrankenhaus diente. Ebenfalls am Church Square befindet sich das Café Riche, wo unbedingt eine Pause eingelegt werden sollte.
Die schönste Zeit für einen Besuch ist im Frühling, wenn in den Monaten Oktober und November die mehr als 70.000 lilablühenden Jacaranda-Bäume die Straßen säumen.
Zum Abendessen fanden wir im Herzen des historischen Tshwane leider keine Restaurants und so blieb uns nichts weiter übrig als in einem Schnellimbiss einzukehren. Auf dem anschließenden Spaziergang zurück zum Hotel waren wir etwas verunsichert, denn zu diesem Zeitpunkt waren keine weiteren Touristen mehr im Zentrum. Außerdem liefen wir als einzige mit weißer Hautfarbe die Straße entlang. Von den Einheimischen interessierte dies aber keinen, sie schenkten uns keinerlei Beachtung und so waren alle Bedenken umsonst.

Tshwane - Pietermaritzburg  /  Entfernung: 571km
Nach nur einer Nacht in Tshwane brachen wir nach dem Frühstück nach PIETERMARITZBURG auf. Pietermaritzburg wurde 1838 von den Voortrekkern gegründet und ist die Hauptstadt der Provinz KwaZulu-Natal. Dank der Autobahnen N1 und N3 kamen wir schnell voran, haben aber auch gleichzeitig gelernt, dass in den Ballungsräumen viele Radarfallen aufgestellt sind.
Der Stadtkern ist teilweise geprägt von Victorianischen Bauten die aus der britischen Vergangenheit stammen. Einige Häuser standen leer und machten nicht mehr den besten Eindruck. Das Wahrzeichen der Stadt ist die City Hall. Das Rathaus ist das größte Backsteingebäude in Südafrika und stammt aus dem Jahr 1893. Sieben Jahre später (1900) wurde der 47m Hohe Glockenturm angebaut.
Entdeckt in der Church Street, einer Einkaufspassage, die St. Peter's Church aus dem Jahre 1857.
In Pietermaritzburg ist es ebenfalls schwer ein geeignetes Restaurant im Zentrum zu finden. Die meisten Restaurants befinden sich weiter abseits in den Randbezirken der fast 1 Millionen zählenden Stadt und waren von unserem Gästehaus nur mit dem Auto zu erreichen. Da wir aber zu Fuß unterwegs waren, blieb nur der Weg in einem Imbiss um zu Abend zu essen.

Pietermaritzburg - Hluhluwe Game Reserve  /  Entfernung: 370km
Auch in Pietermaritzburg blieben wir nur eine Nacht und machten uns am nächsten Morgen auf dem Weg in das
HLUHLUWE GAME RESERVE. Bis Durban folgten wir die Autobahn N3 und danach entlang der Küste Richtung Osten den Highway N2 bis zu einem Abzweig zur Ortschaft Hluhluwe. Von hieraus ist dann der weitere Weg ausgeschildert.
Eigentlich handelt es sich hier um einen Doppelpark, wobei der nördliche Teil Hluhluwe und der südliche Teil Imfolozi genannt wird. Beide Reservate zählen zu den ältesten Naturschutzgebieten in Südafrika und sind durch den Verbund nun der viertgrößte Park des Landes. 1887 wurde das Hluhluwe Game Reserve als Park gegründet, der südliche Teil ist etwas älter und besteht schon seit 1885. Die Parkgröße beträgt insgesamt 96.000ha.
Hluhluwe Game Reserve Impressionen
Wir hielten uns ausschließlich im Hluhluwe Reservat auf und hatten für drei Nächte im Hilltop Camp gebucht. Nur einmal entschlossen wir uns einen Abstecher in den Imfolozi Teil zu unternehmen, um am dortigen Vulamehlo Craft Center nach Zulu-Handarbeiten als Souvenirs zu schauen.
In der Buchung der Übernachtung im Hilltop Camp (über SA Places) waren auch gleich die Parkgebühren mit enthalten. Auf Grund der großen Nachfrage blieb für uns zwei nur noch die Anmietung eines 4-Bett Bungalows übrig. Für die Übernachtungen und die Parkgebühren zahlten wir 6960,00 Rand. Dazu kamen noch 1433,00 Rand für die Abendessen und einer Abendsafari.
Auf unseren verschiedenen Pirschfahrten mit dem Mietwagen legten wir ca. 200km innerhalb des Parks zurück und hatten einige Begegnungen mit Breitmaulnashörnern, Kaffernbüffeln, Warzenschweinen, Zebras und verschiedenen Antilopenarten.
Empfehlenswert ist sich eine Proschüre über das Reservat vor Ort zu besorgen. In dieser sind die Pisten mit Kilometerangaben eingezeichnet und viele Tiere abgebildet um sich besser in dem Park zu Recht zu finden.
Berühmt ist das Wildreservat wegen seinem Schutzprogramm für Nashörner. Besonders das Breitmaulnashorn hat sich hier gut erholt und mittlerweile leben weit mehr als 1600 Tiere im Park. Auch über 400 Spitzmaulnashörner sind hier beheimatet, welche aber nur mit viel Glück zu beobachten sind. Aber nicht nur Nashörner gibt es zu sehen, denn das Wildreservat gilt als "Big Five-Park" in dem auch noch Löwen, Leoparden, Elefanten und Büffel leben. Die Landschaft des Hluhluwe Game Reserve ist hügelig und bewaldet. Pisten zum selbstfahren gibt es genug und waren in einem guten Zustand. Verlassen darf man den Wagen nur an den ausgewiesenen Picknickplätzen und Aussichtspunkten.
Hier mal ein kleines Erlebnis von der ersten Pirsch, als eine Herde Kaffernbüffel uns den Weg versperrte. Es stellte sich die Frage: warten oder umkehren? Aber zum Glück konnten wir nach einigen Minuten die Fahrt fortsetzen bis ein Breitmaulnashorn auf der Piste auftauchte. Leider machte das Breitmaulnashorn nicht den Weg frei, sondern entschloss sich auf uns zu zukommen. Unruhe kam im Auto auf, die Kamera aus der Hand gelegt, den Rückwärtsgang eingelegt und zurückgesetzt. Das Nashorn ging weiter die Piste entlang und so entschlossen wir das Auto zu wenden und uns aus dem Staub zu machen.
Nicht verheimlicht werden soll, dass wir an eine organisierte Abendsafari teilgenommen haben und somit das Glück hatten auf dieser Fahrt einen Elefanten zu begegnen. Obwohl man die Pisten selber mit dem Auto befahren kann, sollte man durch aus auch eine Safari mit einem Ranger unternehmen.
Wie in einen oberen Absatz schon geschrieben, ist der Park bekannt für seine große Anzahl hier lebenden Breitmaulnashörner, aber wir hatten nicht damit gerechnet einige diese Exemplare so nah zu begegnen. Wir sind wirklich begeistert vom Reservat und es hat viel Spaß gemacht die einzelnen Pisten abzufahren.

Hluhluwe Game Reserve - Mlilwane Wildlife Sanctuary (Swaziland)  /  Entfernung: 280km
Nach dem Hluhluwe Game Reservat hieß es erst einmal Abschied nehmen von Südafrika, denn die nächste Etappe führte ins Königreich Swaziland. Über den Highway N2 gelangten wir fast bis zur Grenzstation Goleta / Lavumisa (10km von der N2 entfernt). Der Grenzübertritt mit dem Mietwagen dauerte keine 30 Minuten und schon waren wir auf einer Überlandstraße Richtung der Hauptstadt Mbabane.
Das KÖNIGREICH SWAZILAND ist mit einer Fläche von 17.363 km² neben Gambia der zweitkleinste Staat des afrikanischen Kontinents.
Für die Einreise mit dem Mietwagen benötigten wir ein Transitpapier vom Autovermieter, welches wir gleich bei der Anmietung am Flughafen in Johannesburg bekamen. Der Grenzübertritt verlief problemlos. Das Visum bekommt man kostenlos vor Ort. Nur eine kleine Gebühr von 50 Rand mussten wir bezahlen. Diese Gebühr, so glauben wir, war eine Straßenbenutzungsgebühr (Maut). Schon in Südafrika mussten wir entlang der verschiedenen Autobahnen an Tollstationen Gebühren für die Benutzung bezahlen.
Der Zustand der Straße war in Ordnung und so fuhren sich die etwa 170km von der Grenze bis zum MLILWANE WILDLIFE SANCTUARY schnell herunter. Das Mlilwane Wildlife Sanctuary wurde von der Familie Reilly als erstes Naturschutzgebiet in Swaziland gegründet. Der Park entstand auf dem privaten Farmgebiet der Familie zwischen 1950 und 1960 und befindet sich im Ezulwini Valley zwischen den beiden Großstädten Manzini und Mbabane.
Impressionen aus Swaziland
Das Naturschutzgebiet besteht aus zwei Teilstücken, einmal den Wildlife Park und zum Zweiten aus einem Botanischen Garten rund um der Reillys Rock Lodge. In der Lodge hatten wir uns für zwei Nächte einquartiert. Auch diese Übernachtungen wurden über SA Places gebucht. Die beiden Nächte, inklusive Frühstück und Abendessen kosteten 2840,00 Rand. Bei dieser Buchung war ebenfalls die Parkgebühr enthalten und so mussten wir am Eingang des Mlilwane Wildlife Sanctuary nichts bezahlen.
Wer in der Reillys Rock Lodge übernachtet muss durch einige geschlossene Tore fahren, bei Wanderungen eventuell über Zäune klettern. Die Lodge befindet sich in einem eingezäunten Teil des Parks, welcher als Botanischer Garten genutzt wird. Ziel des Wildlifeparks ist es, die ursprüngliche Tier-und Pflanzenwelt wieder anzusiedeln bzw. zu schützen. Daher wurden Pflanzen und Bäume angepflanzt um den überwiegend hier lebenden Antilopenarten ihren Lebensraum zu erhalten.
Aufgrund der beiden Übernachtungen blieb genügend Zeit den Park zu Fuß als auch mit dem Auto zu erkunden. Eine Wanderung sollte uns eigentlich zur Bushmans Cave, einer Höhle führen. Aber nach fast 90 Minuten brachen wir diese Tour ab und kehrten zur Lodge zurück. Ursprünglich sollte die Wanderzeit zur Höhle nur 45 Minuten betragen. Zudem erwies sich die Tour für uns Städter auch etwas anstrengend, auf Felsen steigen und über Zäune klettern zählen nicht zu unserem täglichen Fitnessprogramm. Immerhin entschädigten die tollen Ausblicke für diese Strapazen.
Einen schönen Platz zum Essen bietet das Camp-Restaurant Hippo Haunt in den südlichen Teil des Parks mit Blick auf dem Hippo-Pool. Vom Restaurant aus schauten wir direkt auf den Pool, wo durchaus auch mal Flusspferde auftauchen. Leider tauchten sie bei unserem Besuch nicht auf, dennoch was es schön an diesen Platz zu verweilen. Wir entdeckten die Flusspferde später an einem Zufluss und konnten sie nur mit einem Fernglas beobachten. Etwas näher an das Flussufer zu treten hielten wir für eine schlechte Idee, da dort ein Krokodil lag.
Da keine Raubtiere im Park leben und man das Auto verlassen darf, konnten wir unter anderem Zebras, Wasserböcke und Blessböcke aus nächster Nähe beobachten.
weiter geht die Reise zum: KRÜGER NATIONALPARK, EDENI PRIVAT GAME RESERVE und BLYDE RIVER CANYON
der komplette Reisebericht auf:  pdf    Stand: März 2010
     
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