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MIETWAGENRUNDREISE VOM MEXIKANISCHEN DSCHUNGEL ZUR RIVIERA MAYA

Palenque - Calakmul - Chicanná / Entfernung: 583km
Ohne Frühstück reisen wir in Palenque ab und nutzen diese gewonnene Zeit um einige Kilometer auf den Bundesstrassen Mex 199 und Mex 186 zurückzulegen. In Escárcega, einer Kleinstadt dann die erste Pause mit Tanken und endlich Frühstück. Zwischenzeitlich sind wir noch in einer Polizeikontrolle geraten als wir den Bundesstaat Chiapas verließen.
Unser Ziel war die Ruinen von CALAKMUL, die sich abseits der Hauptstrasse im mexikanischen Dschungel befinden. Diese Ruinenstätte liegt fast an der guatemaltekischen Grenze fern ab der Zivilisation im grenzübergreifenden Naturschutzgebiet Reserva de la Biósfera Calakmul. Von der Bundesstraße Mex 186 führt eine Zufahrtsstraße zu den 60km entfernten Ruinen. Diese Straße ist teilweise sehr kurvenreich, schmal und war mit einigen Schlaglöchern versehen. Die letzten 40km durften wieso nur mit 30km/h befahren werden. Dennoch ist Calakmul mit einem Mietwagen gut zu erreichen. Für größere Reisegruppen mit Bussen wird die Anfahrt momentan wohl sehr schwierig sein, wenn nicht sogar unmöglich. Bei unserer Besichtigung hielten sich etwa 15 Besucher in der Anlage auf.
Obwohl Calakmul in der klassischen Periode ein mächtigstes Maya-Machtzentrum war, zählen diese Ruinen zu den bislang am wenigsten erforschten archäologischen Stätten. Erst 1931 wurde diese weitläufige und wohl größte aller Maya-Städte entdeckt. Über 6000 Bauten und Strukturen wurde auf dem Areal von ca. 25qkm entdeckt.
Im 6. Jahrhundert stieg die Stadt unter der Herrschaft Tuujin K'ab Hix zu einer Großmacht auf und geriet später in einem Konflikt mit der Stadt Tikal (liegt in Guatemala), einer zweiten Großmacht des südlichen Tieflands. Durch Bündnisse und Allianzen mit Nachbarstädten konnte man den Rivalen Tikal im Jahre 562 besiegen und war nun für ca. 130 Jahre die beherrschende Supermacht. Calakmul wurde später 695 n. Chr. von Tikal besiegt der Zerfall begann. Die letzten Datierungen auf Stelen stammen aus dem Jahr 909. Die Stadt geriet langsam in Vergessenheit und wurde von der Natur zurückerobert.
Calakmul Impressionen
Anders als das gut erhaltene Palenque sind in Calakmul die Wege zu den einzelnen Abschnitte lang, dazu kam noch die schwüle Hitze und Moskitos. Leider sind die meisten Stelen mit den Inschriften stark verwittert. Die älteste der über 100 Stelen stammt vom September 431 und wurde bei der Estructura II gefunden.
Die Bauten trugen noch keinen speziellen Namen, sondern wurden als Estructura bezeichnet. Die Estructura II ist
eine 45m Hohe Pyramide an der Plaza Central. Die Pyramide Struktur I liegt etwas abseits der Plaza Central ist mit 53m Höhe die höchste Maya-Pyramide auf mexikanischen Boden und nach Tikal (65m) die zweithöchste der Mayawelt.
Die Faszination von Calakmul machte für uns vor allem die Abgelegenheit im Regenwald, das Wissen über die frühere Bedeutung diese Stätte und die intakte Tierwelt im Naturschutzgebiet. Durch die Abgeschiedenheit waren nur ganz wenige Besucher vor Ort und so genossen wir diese Leere, das Brüllen der Guatemala-Brüllaffen und das beobachten von Regenbogentukanen (Fischertukan), welche über unsere Köpfe flogen.
Übernachtet haben wir im ca. 100km entfernten Chicanná Ecovillage Resort.

Chicanná - Kohunlich - Tulum / Entfernung: 387km
Auf der Fahrt vom Chicanná Ecovillage Resort zur Karibikküste blieb noch Zeit für einen Besuch der Ruinenstadt Kohunlich. Ein kleiner Abzweig (ca. 8km) von der Bundesstraße Mex 186 führt zu den Ruinen, die nahe der Grenze zu Belize im Regenwald verborgen liegen. Nach Chetumal, der Hauptstadt des Bundesstaates Quintana Roo sind es ca. 60km. Das Gebiet entlang der Mex 186 wird als La Ruta Rio Bec bezeichnet, da die Bauten der sich hier befindenden Archäologische Stätten (Calakmul, Kohunlich u.a.) überwiegend im architektonischen Rio-Bec-Stil erbaut wurden.
Die Ruinenstadt KOHUNLICH wurde 1912 entdeckt und stammt aus der klassischen Epoche (400-600 n. Chr.). Jedoch wurden die meisten Bauten erst zwischen 800 und 1500 n. Chr. errichtet. Das Interesse unserseits galt hier dem Maskentempel mit seinen noch sehr gut erhaltenen Stuckmasken am Treppenaufgang. Diese 2m hohen großäugigen und dicklippigen Masken am Templo de los Mascarones stellen den Sonnengott Kinich Ahau dar und stammen aus der Epoche der Frühklassik zwischen 300 und 450 v. Chr. Bekanntgemacht habe diese Ausgrabungsstätte die über 2m hohen Stuckmasken am Templo de los Mascarones. Sie stellen den Sonnengott Kinich Ahau dar.
Mit etwas Glück bekommt man auch hier Brüllaffen zu sehen oder lässt sich beim Besichtigen der Ruinen vom Gebrüll begleiten. Übrigens wird Kohunlich bisher nur wenig besucht, was wir bestätigen können. Beim Rundgang trafen wir auf noch vier weitere Besucher und einer Schulklasse, die die Brüllaffen beobachtete. Nach der 1-stündigen Besichtigung der Ruinen setzten wir die Fahrt nach Tulum fort.
Kohunlich Impressionen
Im kleinen Örtchen Bacalar an der Karibikküste legten wir eine Pause ein und fanden ein Restaurant an der Cenote Azul. Die kleine verschlafende Stadt liegt am Rande der siebenfarbigen Lagune und die einzige Sehenswürdigkeit ist das kleine Fort im Centrum. Etwas weiter südlich an der Lagune befindet sich die Cenote Azul, ein Fischwassersee mit kleinen Lokalen.
Mittlerweile befinden wir uns etwas nördlich von Chetumal auf der Mex 307 Richtung Tulum bzw. Cancun. Am späten Nachmittag erreichten wir Tulum, ein Strassenstädtchen entlang der Mex 307 und ca. 55km südlich vom Touristenzentrum Play del Carmen.
Das von uns gebuchte Hotel Piedra Escondida befand sich etwa 3,5km vom Zentrum Tulums an der Boca-Paila-Strasse, direkt am Karibikstrand. Während der Ort an der Hauptstrasse nicht gerade den einladensten Eindruck hinterlässt, ist es um so schöner und ruhiger in den Cabañas entlang der Strandstrasse (Boca-Paila).

Ausflug zu den Ruinen nach Cobá / Entfernung: 45km
Die Besichtigung der nur 45km von Tulum entfernten Ausgrabungsstätte COBÁ unternahmen wir als Tagesausflug von der Karibikküste aus. Durch die Nähe zu den Ferienorten entlang der "Riviera Maya" sind die Ruinen von Cobá mittlerweile eines der beliebten Ziele Nordyucatáns. Der Parkplatz war voller Tourbusse und zahlreiche Touristen in nicht immer geeignetem Schuhwerk strömten zu den Maya-Ruinen und erklommen die Bauten. Auf Grund des weitverzweigten Geländes im dichten Urwald wirkt diese Stätte nicht überlaufen. Nur an der Hauptattraktion der Nohoch Mul Pyramide kam es zum Gedränge.
Zeitlich eingeordnet stammen die Bauten aus der Spätklassik, wo Cobá die ausgedehnteste Siedlung und das wichtigste Zentrum im Nordosten der Halbinsel Yucatán war. Die archäologische Stätte ist in mehreren Gruppen eingeteilt, die teilweise über 1km auseinanderliegen. Gleich hinter dem Eingang befindet sich die Grupo Cobá, dem ehemaligen Zeremonialzentrum und mit der größten Konzentration von Bauwerken. Die knapp 25m hohe Pyramide La Igelsia dominiert diese Hauptgruppe, zu der auch einige Tempel, ein Ballspielplatz und Wohnbauten gehören.
Die Pyramide Xai-bé liegt etwas abseits des Hauptweges und ist durch die abgerundeten Kanten, sowie mit der eingeschnittenen Aufgangstreppe eine architektonische Ausnahmeerscheinung in der Welt der Maya. Eine ähnliche Pyramide sahen wir zuvor nur in Uxmal mit der Wahrsagerpyramide.
Eine weitere Hauptgruppe ist die Grupo Conjunto Pinturas mit Bauten, wie der Kammertempel auf einer Pyramide. Die Friese am Tempel sind farbig bemalt, daher der Name Pinturas (Anstriche). Die Gebäude dieser Gruppe stammen aus der letzten Besiedlungsphase.
In der Grupo Nohoch Mul (Gruppe großer Berg) befindet sich die gleichnamige Pyramide, welche der Anlaufpunkt für die meisten Besucher ist. Die Nohoch Mul Pyramide ist mit 42m die höchste im nördlichen Yucatán und somit auch verständlich, dass dieser "große Berg" von vielen erklommen werden muss.

die Las Ruinas Tulum
Die letzten Tage verbrachten wir in Tulum. Ein Anziehungspunkt sind die Las Ruinas TULUM. Die Ruinen liegen direkt über dem Meer und zählen von der Lage her, zu den schönsten Ausgrabungsstätten. Diese Lage hat mittlerweile auch ihre Schattenseiten, da Tulum zu der am meisten besuchten Maya-Stadt geworden ist und von morgens bis in den späten Nachmittag der Besucherstrom nicht abreist.
Die Anlage ist mit nur 380m x 170m Größe doch recht überschaubar und klein. Wer die Möglichkeit besitzt gleich früh morgens die Ruinen zu besuchen, sollte dies nutzen. Um 8.00 Uhr öffnete die Anlage und unser Rundgang dauerte ca. 90 Minuten. Nach und nach füllte sich das Areal und auf dem Weg zum Auto strömten uns immer mehr Touristen entgegen. Dennoch sind diese Ruinen sehenswert, mal eine etwas andere Mayastadt.
Auf dem Areal befinden sich ca. 50 Gebäude, aber keine Monumentalbauten oder Pyramiden wie in den anderen Mayastädten.
Tulum Impressionen
Die ältesten Bauten wurden zwischen 800 und 1000 n. Chr. in der Epoche der Spätklassik errichtet. Architektonisch stehen die Gebäude im engen Zusammenhang mit der Puuc-Region (Gebiet nahe der Golfküste), jedoch wurden hier typische Elemente dieser Region mir eingefügt.
Weit sichtbar ist der Tempel des Windes, der auf einem natürlichen Hügel am Rande der Steilküste errichtet wurde. Es handelt sich hier um einen Kultplatz. Auf Grund der gerundeten Ecken zählt dieser Bau zu den bedeuteten Gebäuden, da mit dieser Grundstruktur in den von Mayas besiedelten Gebieten existieren. Im Zentrum der Stadt befindet sich der Freskentempel, der am besten erhaltene Bau. Es handelt sich hierbei um ein Bauwerk, welches aus verschiedenen Überbauten besteht und mit vielfarbigen Stuckfiguren geschmückt war.
Interessant war auch das Haus des Halach Uinic, was bedeutet "das Haus des Herren". Über den inneren zentralen Eingang befindet sich ein Stuckrelief. Es handelt sich hierbei um den Herabsteigenden Gott, der in Tulum eine besondere angebetete Gottheit war. Das Schloss und der dazu gehörige Hof umgibt eine dicke Mauer mit einem Eingang, welcher aber nicht durchtreten werden durfte. Somit konnten wir das höchste und wichtigste Gebäude nur vom weiten bestaunen.
Am Schloss (El Castillo) gibt es die Möglichkeit zum Strand hinabzusteigen und dabei auf Leguane zu stoßen, die sich auf den Felsen sonnen.
Von Tulum aus ging es dann einige Tage später direkt zum Flughafen nach Cancun, wo wir den Mietwagen abgaben.
ENDE DER RUNDFAHRT
zurück zum Teil 1 der Rundreise: u.a. mit CHICHÉN ITZÁ, UXMAL,
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