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UNTERWEGS IN KAIRO UND AN DEN PYRAMIDEN

Schon lange planten wir eine Tour in das Land der Pharaonen und im Herbst 2010 war es endlich soweit. Hier nun der Reisebericht von
der 18-tägigen Rundreise entlang des Nils. Zu Zweit starteten wir in Kairo, der größten Stadt in der arabischen Welt. Weitere Etappenziele waren Alexandria am Mittelmeer und in Oberägypten die Ortschaften Assuan, Abu Simbel sowie Luxor. Die letzten Tage verbrachten wir am Roten Meer in Makady Bay.
Den größten Teil der Reise wie Flüge, Übernachtungen und Transfers (private Autotransfers, Schlafwagenzug) haben wir über das Baukastensystem von OFT Reisen gebucht. Für diese Leistungen zahlten wir insgesamt 3694,00 €.
Hinzu kamen noch die Ausflugspakete in Luxor, welche wir über das Internet gebucht haben. Hierbei handelte es sich um einen Ägypter (Ahmed) der in deutscher Sprache verschieden Touren anbietet. Er organisierte für uns ganztägige Touren nach Theben-West, sowie Dendera und Abydos. Auch um die Anmeldung für eine Heißluftballonfahrt mussten wir uns nicht kümmern. Ahmed war auch so nett und übernahm den Transfer von Assuan nach Luxor mit Stopps in Kom Ombo, Edfu und Esna. Für seine Leistungen zahlten wir gerne 430,00 €.
Kurzfristig hatten wir noch ein Ausflugspaket über travel-a-la-carte.de für Kairo gebucht. Dieser Ausflug zu den Pyramiden von Giseh, Dahschur und Sakkara kostete 170,00 €.
Hinzu kam noch reichlich Taschengeld für Verpflegung, Eintrittsgelder und natürlich Bakschisch, sowie Ausgaben für Souvenirs, Taxifahrten usw.
Mit unseren EC-/Maestro-Karten konnten wir problemlos Barabhebungen an den meisten Automaten tätigen und waren somit immer flüssig. Das Bezahlen mit Kreditkarten bereitete ebenfalls keine Probleme, so dass man auf Reiseschecks wohl immer mehr verzichten kann.
Pünktlich sind wir mit der Fluggesellschaft Egypt Air kurz vor 20.00 Uhr in KAIRO gelandet.
Noch vor der Passkontrolle mussten wir uns das Visum an einem Schalter besorgen. Leider war hier im Sicherheitsbereich kein Betreuer bzw. Ansprechpartner der Agentur vor Ort. Hatten wir doch schon in Deutschland die Gebühren für die beiden Visa bezahlt. Nach der Passkontrolle wartete dann aber ein Betreuer von OFT Reisen auf uns und zahlte die Gebühren zurück. Per Autotransfer ging es dann durch Kairo zum Victoria Hotel. Das Victoria war ein nettes 3* Hotel aus der Kolonialzeit mittendrin im Zentrum von Kairo.

Tag 1: Pyramiden von Giseh, Dahschur und Sakkara
Am ersten Tag in Kairo stand eine gebuchte Tour zu den Pyramiden von Giseh(Giza), Dahschur und Sakkara auf dem Programm. Der Abholservice von " travel-a-la-carte" erwartete uns nach dem Frühstück in der Lobby. Dann ging es los, durch Kairo zu den Pyramiden von Giseh. Es dauert eine ganze Weile und dann erblickten wir die Pyramiden, gleich hinter ein paar Wohnhäuser. Kurz vor der Ankunft stieg unsere heutige Reiseleiterin zu uns in Auto. Am Parkplatz angekommen holte sie schnell noch die Tickets, 60 ägyptische Pfund (LE) pro Person.
Ganz schön was los am Fuße der wohl bekanntesten Bauwerken der Menschheit. Von nahem bekommt man erst einmal einen Eindruck von der Größe der einzelnen Steine, die zum Bau verwendet wurden. Beeindruckend, was damals vor über 4500 Jahren mit diesen Bauten geleistet wurde. Doch bevor wir uns allein umschauen durften, bekamen wir durch die ausführlichen Erzählungen der Reiseleiterin viele interessante Informationen zum Bau und der Geschichte. Die Pyramiden entstanden etwa zwischen 2620 bis 2500 v. Chr. in der 4. Dynastie. Sie wurden auf einem Kalksteinplateau errichtet, wobei mit dem Bau der Pyramiden auch Tempelanlagen, Nebenpyramiden, Gräberfelder und Arbeiterdörfer entstanden.
Kairo Impressionen
Die älteste und bekannteste Pyramide ist die des Pharao Cheops mit einer heutige Höhe von 138,75m (ursprünglich: 146,6m). Damit ist sie auch die größte der drei Pyramiden von Giseh. Cheops regierte während der 4. Dynastie im Alten Reich. Sein altägyptischer Name ist Chufu, denn Cheops ist eigentlich nur der von Herodot (war ein antiker griechischer Historiograph) überlieferte griechische Name.
Hier bekamen wir auch Zeit um in Ruhe die Pyramide und das Umfeld zu besichtigen. Leider fehlte durch das Gewühl irgendwie diese Ruhe um alles auf sich wirken zu lassen. Auf der östlich Seite gelangten wir zu den drei Nebenpyramiden für die Königinnen, Hetepheres I., Meritetis und Henutsen. Hethepheres I. war die Königsmutter, die mittlere diente als Ruhestätte der Nebenfrau Meritetis. Sie war die Mutter von Chephren, dem späteren Nachfolger von Cheops. Die dritte der kleinen Pyramiden war der Totentempel für die Nebenfrau Henutsen. Hinter der Pyramide befindet sich das Barkenmuseum in dem eine hier gefundene Barke des Pharao ausgestellt ist.
Mit dem Auto ging es dann zu einem Aussichtsplateau, von wo man einen guten Blick auf die drei Pyramiden von Giseh hat. Für etwas Bakschisch ließen wir uns hier am Plateau mit dem Pyramiden im Hintergrund von einem Polizisten fotografieren. Eigentlich war es ja ein kleines Fotoshooting, denn in verschiedenen Posen folgten ca. 7 bis 8 Aufnahmen. Nach ca. 20 Minuten kehrten wir zum Auto zurück und fuhren dann zur Sphinx.
Die Sphinx von Giseh (Giza) befindet sich nicht allzu weit von den Pyramiden entfernt und man hat daher Pyramiden immer im Blick. Im ersten Augenblick erschien die Sphinx, welche einen liegenden Löwen mit einem Menschenkopf darstellt, kleiner als erwartet. Dabei ist diese Figur mit einer Höhe von 20m und einer Länge 75m die größte aller Sphinxen. Vermutlich wurde sie in der 4. Dynastie um 2700–2600 v. Chr. errichtet und diente möglicherweise als Bewacher des Plateau von Giseh. Auch hier vor der Sphinx bekamen wir wieder von unserer Reiseleiterin viele nützliche und interessante Infos zur Figur. Dann übergab sie uns die Tickets (60 LE) und wir tauchten ein in das Getümmel. Um ein gutes Motiv für ein Foto zu finden, erforderte viel Geduld. Menschenmassen säumten den Weg und unsere vorgegebene Zeit zur Besichtigung wurde äußerst knapp.
Im Anschluss stand noch ein Besuch in einer Papyrus-Factory auf dem Programm. Hier wurde uns gezeigt wie aus der Papyrusstaude Papier hergestellt wird. Schon im antiken Ägypten, vermutlich bereits seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. wurden die ersten Papyri als Beschreibstoff hergestellt. Natürlich soll auch der zahlungskräftige Tourist einige bemalte Papyrusbilder als Souvenir kaufen. Auch wir konnten nicht wiederstehen und brachten uns drei Bilder mit. Die Auswahl fiel uns bei den vielen tollen Motiven sehr schwer.
Von Giseh ging es mit dem Auto nach Dahschur und später weiter nach Sakkara. Auch in Dahschur besichtigten wir keine Grabkammer, sondern fuhren zu einer Stelle von wo aus man sowohl die Rote Pyramide als auch die Knickpyramide sehen konnte. Die Knickpyramide verdankt ihren Namen, dass der Neigungswinkel in halber Höhe von 54° auf 43° wechselt. An der Nordseite, als auch an der Westseite befindet sich jeweils ein Eingang, die zu zwei separaten Grabkammern führen.
Die Rote Pyramide ist die erste in der klassischen Form. Ihr Gestein nimmt bei Sonnenuntergang eine rötliche Färbung an, daher der Name. Beide Pyramiden wurden von Snofru, dem Begründer der 4. Dynastie und Vater von Cheops errichtet. Angenehm war, dass es in Dahschur als auch in Sakkara es ziemlich leer war, denn nur wenige Besucher hatten sich in diesen Anlagen verirrt.
Auf dem Rückweg nach Kairo dann der Stopp in Sakkara um die Pyramide des Teti, das Mastaba des Kagemmi und die Stufenpyramide zu besichtigen. Bei der Pyramide des Teti besuchten wir mit einem lokalen Begleiter die Grabkammer. In gebückter Haltung ging es in die Grabkammer hinab, die mit Pyramidentexten dekoriert war. Teti war der Gründer der 6. Dynastie.
Im Anschluss bestaunten wir die Wandmalereien im Grab vom Kagemmi, einem Oberpriester Tetis. Er war auch Vorsteher der Pyramiden des Pharaos. Sehr eindrucksvoll und teilweise waren auch noch Farben zu erkennen.
Weiter ging es zu unserem letzten Aussichtspunkt, der Stufenpyramide. Die Reiseleiterin ließ uns auch hier wieder genügend Zeit um das Areal Rund um die Pyramide zu besichtigen. Die Stufenpyramide gilt als ältestes Bauwerk der Welt, welches vollständig aus Stein errichtet wurde. Zunächst entstand sie in der Form einer Mastaba (Bank). Mastaba waren die Gräber der Adligen und Würdenträger des Hofes. Auf der ersten Mastaba setzte man ein zweiten, dann eine dritte und immer so weiter bis eine Pyramide entstand. Die heutige Pyramide erreicht eine Höhe von 62m und wurde bei unseren Besuch gerade restauriert.
An der Ostseite des Innenhofes liegt der Hebsed-Hof mit seinen Scheinbauten aus Kapellen, welche ohne Innenräume waren. Sie dienten wahrscheinlich nur als symbolische Verkörperungen der ägyptischen Gottheiten.
So langsam macht sich bei Silvia und mir der Magen bemerkbar - Hunger! Nach ein paar Fotos und sich mühsam durch "Wüstensand" quälen, Abschied von Sakkara und ab ging es zum Essen. Das Restaurant war schon ziemlich leer, der große Ansturm der Touris hatte wohl schon stattgefunden. Als Vorspeise gab Aish (Fladenbrot), Falafel, eingelegte Auberginen in Knoblauch, Ziegenkäse mit Tomaten und Gewürzgurken, sowie Tahina - eine Paste aus feingemahlenen Sesamkörnern. Hähnchenkebab mit Zimtreis wurde als Hauptgericht serviert. Alles äußerst lecker und danach waren wir pappe satt.
Danach fuhren wir zurück nach Kairo.

Tag 2: Kairos Altstadt - Islamisches Viertel
Heute konnten wir etwas länger schlafen, aber als der Muezzin seine Stimme um 4.30 Uhr über Kairo verlauten ließ nahm unser Gehörsinn diesen doch war. Passend, denn heute steht das islamische Viertel auf dem Programm. Per Taxi sollte es zur nördlichen Stadtmauer gehen. Von dort aus wollten wir unseren Rundgang starten. Ein Taxi zu bekommen ist nicht schwer, aber das Problem war die Verständigung. Wir kein Arabisch, der Fahrer kein Englisch und so bleib nur die Verständigung mit Zeichensprache und Reiseführer übrig. Die Fahrt ging dann los, ins Ungewisse! Würden wir dort ankommen? Angekommen sind wir. Zwar nicht an der Stadtmauer, aber immerhin im islamischen Viertel. Genauer geschrieben hielt er vor die Al Azhar-Moschee, einer der einflussreichsten Moschee und wichtigstes Studienzentrum der islamischen Welt. Zur Besichtigung mussten sich Silvia trotz mitgebrachten langen Tuchs ein Gewand mit Kapuze überziehen. Der Bau der Moschee begann im Jahre 970 und wurde nach zweijähriger Bauzeit 972 fertiggestellt. Sie war damit die erste Moschee welche in Kairo errichtet wurde. Die ersten Studien begannen hier nur wenige Jahre später um 975. Ein Begleiter führte uns dann durch die Moschee und Räume der Universität. Er erwartete im Anschluss für seinen Dienst ein angemessenes Bakschisch. Auch der Herr, welcher auf unsere Schuhe aufpasste bekam etwas Bakschisch und so kostete der Besuch 50 LE. Ein paar Gassen weiter kann man das Beit Zeinab al-Khatoun, ein Osmanisches Wohnhaus besichtigen. Leider fehlten die Einrichtungen in der 1486 erbauten Stadtvilla, aber vom Dach hatten wir einen schönen Ausblick über das Viertel mit den unzähligen Minaretten.
Obwohl viele Läden im Basar Khan el-Khalil noch geschlossen hatten, hielten wir uns hier in den Gassen eine Weile auf und machte Pause im Fishawi-Kaffehaus. Es ist eines der ältesten Kaffehäuser der Stadt. Der Basar ist ein Anziehungspunkt für ausländische Besucher und Ägypter gleichermaßen. Die Händler sind mit ihren Waren auf den Besucher eingestellt. Ob Gewürze, Wasserpfeifen oder Gold- und Silberschmuck kam man hier in einzelnen Gässchen kaufen.
Kairo Impressionen
Ein schönes Beispiel für traditionelle Stadthäuser war der Beit el-Suhaymi, ein Palast aus der Zeit der Osmanen. Hier kamen wir uns in den Räumen wie in 1001 Nacht vor. Es ist eines der Stadthäuser wie sie in der Zeit um das 17. Jahrhundert bis sogar in das 19. Jahrhundert gebaut wurden. Der Palast ist ein hervorragendes Beispiel für den privaten luxuriösen Lebensstiel reicher Kaufleute des 17. Jahrhunderts in Kairo.
Der Eintritt betrug 30 LE, die wir gerne zahlten.
Nicht weit entfernt befand sich dann die Nördliche Stadtmauer mit beiden 1087 erbauten Toren Bab el Nasr, "Stadttor des Sieges" und
Bab el Futuh, "Stadttor der Eroberung". Eigentlich sollte man den Teil der Stadtmauer zwischen den beiden Toren besichtigen können, aber wir fanden keinen Zugang. Die Zugänge waren verschlossen und so führte der Weg wieder zurück ins Viertel. Ein Ziel gab es noch, die Wikala al-Bazara, eine Karawanserei die im Mittelalter als Herberge für Kaufleute diente. Ein freundlicher Ägypter vom Eingang begleitete uns während des Rundgangs. In den unteren Räumen sind mittlerweile neue Geschäftsleute eingezogen. Dagegen standen die oberen Räume leer. Eine kleine Herausforderung hatte unser Begleiter noch parrat. Der Aufstieg auf das Dach. Leider reichte die Holzleiter nicht bis ganz nach oben. Diese hielt ihm aber nicht ab und so ging es hinter her. Naja, Silvi blieb lieber unten. Der Ausblick war zwar interessant, aber nicht ganz so toll wie vom Beit Zeinab al-Khatoun.
Ermutigt durch das positive Erlebnis mit dem Taxi, sollte es nun zum Ägyptischen Museum gehen. Schon nach dem Einstieg machte der Fahrer uns klar, dass er eine klare, für uns überteuerte, Preisvorstellung hat. Wir hatte natürlich unsere Vorstellung gehabt und waren schon wieder beim aussteigen, als er dann doch den vorgeschlagenen Fahrpreis einwilligte.
Das Ägyptische Museum am Tahrir-Platz beherbergt die größte Sammlung antiker Schätze aus der pharaonischen Zeit. Man braucht schon einen guten Reiseführer um sich in den zahlreichen Ausstellungsräumen des im 1902 eingeweihten Museum zurecht zu finden. Die zahlreichen Exponate in den Vitrinen waren mit Nummern versehen, manche sogar mit zwei unterschiedlichen. Vermutlich wurden die Ausstellungsstücke neu katalogisiert. Dank des Reiseführers "Ägypten individuell" vom Reise Know-How Verlag wurden wir auf die wichtigsten Exponate hingewiesen. Ein muss ist natürlich im Obergeschoss die Tutanchamun-Abteilung, wo unter anderem eine Goldmaske, Sarkophage und andere Grabbeigaben in klimatisierten Räumen ausgestellt sind. Weitere sehenswerte Ausstellungsstücke in dieser Abteilung waren der Thron des Tutanchamun aus vergoldeten Holz oder auch der Zeremonialstuhl aus Ebenholz. Es gibt viel zu sehen im Museum. Leider reichte die Zeit nicht mehr aus um uns ein Zusatzticket für den Mumiensaal zu besorgen.

Tag 3: Alt Kairo und die Zitadelle
Auch der heutige Tag ist wieder vollgestopft mit Besichtigungen. Das erste Ziel ist Alt-Kairo, welches hauptsächlich von Kopten bewohnt wird. Kopten sind christliche Ägypter. Nach den erfolgreichen Taxifahrten des Vortages, erfolgte die Fahrt ins koptische Kairo mit der Metro. Die Metro machte einen sauberen und sicheren Eindruck, dazu ist die Fahrt für unsere Verhältnisse auch noch sehr preiswert. Mit der Linie 1 fuhren wir von der Station Orabi bis zur Mar Gigis-Station, direkt bis vor den Mauern der ehemaligen römischen Festung aus dem 3. Jahrhundert. Beachten sollte man bei der Benutzung, dass einige Wagen nur für weibliche Fahrgäste reserviert sind.
Die Ursprünge Kairos liegen in mehreren Siedlungen und eine davon war eine Siedlung am Ostufer des Nils, im heutigen Alt-Kairo. Das Christliche Viertel mit seinen Kirchen, Friedhöfen und Gassen liegt innerhalb der Mauern.
Den Rundgang begannen wir mit dem Besuch der griechisch-orthodoxe Kirche St. Georg, welche nicht viel älter als ca. 100 Jahre ist. Der Innenraum der ursprünglichen Kirche brannte vor mehr als 100 Jahren aus. Zum Glück wurden die Buntglasfenster verschont und so sind diese heute noch in der 1909 neu errichteten Kirche zu bestaunen. Zudem thront die Georgskirche etwas über dem Viertel, da sie auf den Fundamenten des nördlichen großen Festungsturms gebaut wurde. Im Anschluss spazierten wir über die angrenzenden Friedhofsanlagen. Die Friedhöfe umfassen Gräber von griechisch-orthodoxen und griechisch-katholischen Christen. Viele Gräber sind mit kunstvollen Mausoleen und Grabfiguren ausgestattet.
Unser nächster Weg führte ins Koptische Museum, welches 1947 eröffnet wurde. Durch ein Erdbeben 1992 waren viele Räume des Gebäudes nicht zugänglich. Erst nach den abgeschlossenen Renovierungsarbeiten 2004 ist das Museum vollständig zugänglich. Während das Ägyptische Museum alt und verstaubt wirkt, dies ist nicht böse bzw. negativ gemeint, erwartete uns hier ein architektonisch ansprechendes Museum mit teilweise bemalten hölzernen Decken. Es beherbergt in seinen Räumen die weltweit größte Sammlung koptischer Kunst. Aber wie auch schon im Ägyptischen Museum mussten wir unsere Fotoausrüstung abgeben. Schließfächer oder eine zentrale Aufbewahrungsstelle gab es hier nicht, sondern wir mussten den Rucksack am Kassenhäuschen hinterlassen.
Nur wenige Schritte entlang der Festungsmauer befindet sich die El Moallaka Kirche, auch als "schwebende" bzw. "hängende" Kirche bekannt. So bezeichnet wird sie, weil die erste Kapelle im 4. Jahrhundert auf den Ruinen das Südwesttor (Wassertor) gebaut wurde und einen schwebenden Eindruck hinterlässt. Der nun zu besichtigende Bau stammt aus dem 11. Jahrhundert und der vordere Eingangsbereich sogar erst aus
dem 19. Jahrhundert. Sie ist mit Sicherheit die Attraktion in Alt-Kairo, was wir auch an den zahlreichen Besuchern erkannten.
Kairo Impressionen
Zurück wieder an der Festungsmauer, vorbei am Koptischen Museum und dem Eingang zur Kirche St. Georg gelangten wir zu einem unterirdischen Eingang. Von hier aus gelangt man entlang der kleinen schmalen Gassen zum Kloster St. Georg, zur Kirche St. Sergius und zur Synagoge Ben-Ezra. Die Kirche St. Sergius ist die älteste noch benutzte Kirche Ägyptens. Der Bau geht auf das 5. Jahrhundert zurück. Der Legende nach sollen Maria, Josef und das Jesuskind hier in der Krypta Zuflucht gefunden haben. Die Kirche liegt etwas tiefer als die Gassen und leicht zu übersehen.
Fast um die Ecke befand sich die Ben-Ezra-Synagoge. Diese Synagoge war ursprünglich eine christliche Kirche, die die Kopten im Jahr 882 an die Jüdische Gemeinde verkaufen mussten um die jährlichen Steuern zu zahlen. Die Kirche wurde von Abraham Ben Ezra der während der muslemischen Herrschaft aus Jerusalem kam für 20.000 Dinare gekauft. Im Laufe der Jahrhunderte erhielt die Synagoge aufwendigen Restaurierungen und Umbauten. Sie ist eine Besichtigung wert. Wir mussten aber zuvor eine Sicherheitskontrolle passieren.
Von Alt-Kairo ging es per Taxi zur Zitadelle, eine Festung hoch über Kairo zum Schutz gegen die Kreuzritter. Sie wurde zwischen 1176 und 1182 erbaut und heute befinden sich hier mehrere Moscheen. So unter anderem die Mohammed Ali-Moschee, bei den meisten Besuchern
als Alabaster-Moschee bekannt. Sie wurde im türkischen Stil in einer 18-jährigen Bauzeit von 1830 bis 1848 errichtet. Den Namen Alabaster verdankt die Moschee ihren Innenraum, wo die Wände mit diesen Mineral verkleidet sind. Als wir uns im Innenraum über den mit roten Teppich ausgelegten Boden bewegten und die Koransprüche an den goldverzierten Hauptkuppel anschauten, wurde Silvia von drei Mädchen angesprochen. Sie wollten sich gerne mit ihr fotografieren. Silvia stimmte etwas verwundert zu und die Mädels waren zufrieden. Ahmed unser Begleiter in Luxor meinte später, dass die Mädchen aus einer ländlichen Gegend stammten und so wie wir gerne Einheimischen fotografieren, diese nun Erinnerungsfotos von sich und Touristen haben wollten. Das gleiche passierte Silvia noch einmal in Alexandria.
Nach einer Stärkung besichtigten wir die östlich von der Alabaster-Moschee gelegenen El Nasir-Moschee. Schon von weiten sieht man die grüne Kuppel und die Zwiebeltürme der Minarette dieser ebenfalls sehr gewaltigen Moschee aus der Mamluken-Zeit. Errichtet wurde sie zwischen 1318 und 1335. Schon um 1517 ließ der osmanische Sultan Selim die Marmorverkleidung aus den Innenräumen entfernen und diese nach Istanbul bringen. Daher wirkt das Innere etwas kahl und nackt.
Den Abschluss auf der Zitadelle bildete ein Rundgang durch die Suleiman Pascha-Moschee. Sie befindet sich an der nördlichen Befestigungsmauer, vor bei am Militärmuseum. Zur Zeit wurde die im osmanischen Stil erbaute Moschee Restauriert. Sie bleibt weitestgehend vom Touristenstrom verschont. Wir wurden sehr freundlich empfangen und man bot uns Tee an. Danach ein Rundgang durch die Moschee und in das Mausoleum, wo sich mehrere Grabstätten befanden. Leider haben wir es nicht genau verstanden wer hier seine Grabstätte hat. Wir glauben aber es handelt sich um Offiziere aus der Osmanischen Zeit. Im Anschluss bedankten wir uns mit einem Bakschisch.
Nun wollten wir noch zur Ibn Tulun-Moschee, die eigentlich gar nicht so weit von der Zitadelle entfernt liegt. Dafür mussten wir einmal außen rum um die Zitadelle. Dieses gestaltete sich aber dann doch etwas schwierig, plötzlich standen wir orientierungslos zwischen Menschenmassen und hektischen Straßenverkehr rum. Wir hatten uns verlaufen und dann lieber eine Taxe genommen.
Die Ibn Tulun-Moschee wurde zwischen 876 und 979 nach dem Vorbild der Kaaba in Mekka errichtet und ist eine der ältesten und größten Moscheen in Ägypten. Den Rundgang haben wir allein ohne einen Begleiter durchgeführt. Neben uns waren noch etwa 5 bis 7 weitere Touris vor Ort. Sehenswert war schon der Innenhof mit seinem Reinigungsbrunnen. Dieser hatte ursprünglich eine vergoldete Kuppel, die heutige stammt aus
dem 13. Jahrhundert. Der riesige Innenhof reichte aus um die damalige Gemeinde der umliegenden Stadtteile für das Freitagsgebet unterzubringen. Die Moschee ist aus Holz und Lehmziegel gebaut und zählte für uns zur schönsten Moschee von Kairo.
Den Tag ließen wir ausklingen im Restaurant Alfi Bey mit einem ägyptischen Gericht. Vom Hotel ist das Restaurant in ca. 15 Minuten zu Fuß zu erreichen. Das Alfi Bey befindet sich am Midan Orabi, wo sich noch weitere, aber einfache Restaurants angesiedelt haben.
Am nächsten Tag ging die Reise weiter nach ALEXANDRIA und ASSUAN.
     
     
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